Milena Moser – Das schöne Leben der Toten

Mit «Das schöne Leben der Toten» nimmt sich Milena Moser einem existenziellen wie ganz persönlichen Thema an: Dem Tod. Herausgekommen ist dabei ein zeitloses Buch, das im Erzählen Schmerzlinderung findet.
Milena Moser nimmt ihren Haustürschlüssel nie mit, wenn sie auf Reisen geht. Normalerweise geht sie davon aus, dass Victor, ihr Freund, sie abholen wird. Doch seit Victor krank ist, kann sie sich darauf nicht länger verlassen. Was wenn sich sein Zustand während ihrer Abwesenheit verschlechtert? Dass die Auseinandersetzung mit Krankheit und Tod für Milena Moser nun zur Tagesordnung gehört, wird auch im Titel des autobiographischen Buches deutlich: Das schöne Leben der Toten – Vom unbeschwerten Umgang mit dem Ende. Es wurde von Milena Moser und ihrem Freund Victor-Mario Zaballa, der in Cuernavaca, Mexiko aufgewachsen ist, verfasst. Das Cover, das er gestaltet hat, zeigt eines seiner Kunstwerke, einen bunt geschmückten Totenkopf.
Während der Tod in unseren Breitengraden in düsteren Farben gehalten und zu Beerdigungen schwarz getragen wird, sind die Friedhöfe in Mexiko im Gegensatz sehr farbenfroh. Die kulturellen Unterschiede zeigen sich aber nicht nur auf dem Cover, sondern auch an Inhalt und Form des Buches. Darin finden sich Zitate, Rezepte, Gedichte, Listen von Toten, Fotografien und Zeichnungen. Sowohl bei den Fotografien als auch den Zeichnungen handelt es sich um Victors Kunst, die sich mit dem Día de los Muertos auseinandersetzt.
Das Buch gewährt einen sehr intimen Einblick in das Leben des Schriftstellerpaares und liest sich wie ein fortlaufender Dialog über die mexikanische Kultur und ihren Umgang mit dem Tod. Den im Topos angelegten Ernst vermögen Milena Moser und ihr Freund durch narrative Elemente aufzulockern: Etwa mit der Anreicherung durch Viktors anekdotisch verpacktes Wissen, das humoristische Aspekte des Totenkults erkennen lässt, wie zum Beispiel der Glaube, dass die männlichen Toten im Jenseits auf Frauen treffen und diese an ihren Brüsten wiedererkennen würden.
Das Zwiegespräch des Paares, in Kombination mit Mosers Reflexionen, den historischen Beschreibungen und ihrer Recherche über die Kultur der Azteken sind es, die Das schöne Leben der Toten so interessant machen. Eindrücklich beschreibt Milena Moser den Schädelturm, auch Tzompantli genannt, welcher 2015 in Mexiko City gefunden wurde. Die Anordnung der Schädel bildet ab, wie diese Menschen zu Tode gekommen sind – für Moser eine befremdliche Architektur. Zugleich zeigt sich Milena Moser in Das schöne Leben der Toten überraschend persönlich. So erfahren wir beispielsweise, wie sich das Paar kennengelernt hat und dass Victor anfangs nur ein Freund war, mit dem sie sich ein oder zweimal im Jahr zum Mittagessen traf. Und dass sich ihre Liebe erst zaghaft entspann und dann in stürmischer Leidenschaft mündete. Doch die Liebesgeschichte ist keineswegs immer sorgenfrei: Wiederholt findet Victors Krankheit und sein drohender Tod Eingang in das Zwiegespräch. Deutlich zeichnet sich ab, dass das Schreiben für Moser eine therapeutische Funktion übernimmt und dieses Buch das Ergebnis eines Reflexions- und Verarbeitungsprozesses der tödlichen Krankheit des Geliebten ist. Dabei erweist sich die interkulturell gebrochene Perspektivierung des Themas als eine potente, schmerzlindernde Erzähltechnik, ein pharmakon. Das schöne Leben der Toten zeigt eindrücklich, dass die Enttabuisierung durch ein vielstimmiges Sprechen über das Ende des Lebens viel für uns bereithält. So ist Milena Moser mit diesem Buch ein Werk von zeitloser Aktualität gelungen.
Alex Capus – Königskinder
Alex Capus, einer der aktuell bekanntesten Autoren der Schweiz, führt die Leser mit seinem Roman „Königskinder“ zurück in das 18. Jahrhundert. Dies erschafft er, indem er zwei parallellaufenden Liebesgeschichten erzählt. Die erste Geschichte beginnt auf einer Passstraße, als das Ehepaar Max und Tina mit ihrem Toyota Corolla im Schneegestöber stecken bleiben und es bis zum Morgen keinen Weg nach Hause gibt. Dies bietet Anlass damit Max eine längst vergangene, aber nicht vergessene Geschichte erzählt. Somit wollen sie die Zeit überbrücken. Er erzählt von Jakob und Marie, zwei junge Menschen, welche sich in der Zeit der Französischen Revolution verlieben. Genau an dem Ort, an dem Max und Tina feststecken, im Greyerzerland spielte sich die zweite Geschichte im 18. Jahrhundert ab. Doch die Liebesgeschichte zwischen Jakob und Marie beginnt holprig. Maries Vater bemerkt schon von Beginn an, dass Jakob ein Auge auf seine schöne Bauerntochter geworfen hat. Auch Marie ist an Jakob interessiert, lässt sich dies aber nicht anmerken.
Maries Vater tut jedoch trotzdem alles um ein Zusammensein der beiden zu unterbinden, denn er ist nicht mit einem Hirtenjungen für seine Tochter einverstanden. Jakob wird in den Kriegsdienst geschickt und ist dort erstmals von Marie getrennt.
Parallel zu der Liebesgeschichte der Jugendlichen wird die Geschichte von Max und Tina im steckengebliebenen Toyota weitererzählt. Die beiden sitzen immer noch im verschneiten Auto. Wie viele Leser wahrscheinlich schon wissen, sind Max und Tina das Paar aus einem vorherigen Roman von Alex Capus. Beide sind seit Jahren zusammen und führen eine glückliche Beziehung.
Das Paar streitet ab und an über die kleinen Dinge des Lebens, sind sich aber im Allgemeinen immer einig. Sie diskutieren dennoch über den „Insektenhass“ von Max oder wann der richtige Zeitpunkt ist, um den Scheibenwischer richtig einzusetzen. Außerdem schweifen die beiden immer wieder von der Geschichte über Jakob und Marie ab. Während Max die Liebesgeschichte mit historischen Fakten untermalt, unterbricht Tine ihn um zu erfragen, ob die Dinge wirklich so passiert sind wie Max sie erzählt. Beispielsweise als er ihr mehrere Fakten zur Französischen Revolution nennt. Somit erhält der Leser einen Einblick in die vergangene Zeit. Diese sind in der Geschichte geschickt aufbereitet und werden von Max immer wieder aufgegriffen.
Doch auch die Geschichte von Jakob und Marie entwickelt sich im Roman weiter.
Nachdem Jakob den Kriegsdienst geleistet hat, wird er an den Hof von Ludwigs XVI geschickt wird. Die beiden verlieren sich nicht aus den Augen. Marie ist sich immer bewusst, dass Jakob anwesend ist, auch wenn er physisch nicht gegenwärtig ist. Beide sind über Jahre getrennt, doch ihre Liebe bleibt stark wie eh und je. Jakob erzählt am Hof von Ludwig XVI von Marie. Ohne die Geschichte aufzulösen, kann vorweggegriffen werden, dass es sich um ein Happy End handelt. Die Geschichte von Max und Tina endet dann, als Marie und Jakob glücklich werden. Max und Tina laufen den Pass hinunter und lassen ihren verschneiten Toyota stehen.
Alex Capus setzt beide Geschichten geschickt ineinander um. Der Leser erhält zwei Geschichten, welche ineinander verwoben sind und doch völlig verschieden. Durch seine gelungene Umsetzung kommt es an keiner Stelle des Romans zu Verwirrungen. Es ist immer klar, um welche Geschichte es sich nun handelt. Der Roman wirkt frisch und locker, auch wenn er in der Geschichte von Jakob und Marie das 18. Jahrhundert thematisiert. Auch dass er einen historischen Rückblick in die Französische Revolution gibt, ist nicht wahllos, denn Alex Capus stammt ursprünglich aus der Normandie. Dies schlägt eine Brücke zwischen der erzählten Historie und dem Autor. Auch der Ort des Geschehens ist nicht willkürlich gewählt, denn beide Geschichten spielen sich am gleichen Ort ab, im Greyerzerland. Somit erschafft er einen wunderbar erzählten Schweizer Roman, welcher einen oft durch seinen, immer wieder kehrenden, Humor zum Grinsen bringt.
Milena Moser – Land der Söhne
„Land der Söhne“ ist das dritte Buch von Milena Moser. Als sie 1990 anfing zu schreiben, begann sie mit Kurzgeschichten. Nun umfasst der neue Roman über 400 Seiten.
Sie schrieb Bestseller nach Bestseller bis sie 2015 nach Santa Fe, New Mexiko zieht. Dort entstand „Land der Söhne“. Peter Timm verfilmte ihren ersten Bestseller „Putzfraueninsel“. Doch nach dem Umzug nach Santa Fe wurde es erstmals ruhiger um Milena Moser. Bis sie nun endlich im September 2018 ihren neuen Roman veröffentlicht hat. Das Cover verspricht viel und der Roman hält das Versprechen. Hat man sich erst einmal eingefunden in die Geschichte der drei Generationen, so kommt man nicht mehr aus dem Bann.
Sofia, die Tochter von Vater Gio und Vater Santi, ist 12 Jahre alt und reist mit ihrem Vater Gio nach Santa Fe. Denn der Großvater Luigi, ein großer Hollywoodproduzent, ist gestorben. Dies ist Anlass der Reise. Doch nicht nur das, denn im Roman werden die Probleme und Abenteuer dreier Generationen beschrieben. Man kann deutlich den Einfluss von Milena Mosers neuer Wahlheimat entdecken. Denn der Roman führt Sofia und ihren Vater nach Santa Fe. Dort wird die Vergangenheit aufgearbeitet und Sofia beginnt auf der Zugfahrt auch über ihre eigenen Probleme nachzudenken. Sie fühlt sich nicht wie das typische Mädchen. Denn alle Mädchen in ihrem Alter interessieren sich für Jungs und Schminke. Doch sie beschäftigt sich lieber mit Roboter und Helikopter. Sie möchte, hingegen ihrer Freundinnen, Pilotin werden. Zu Beginn setzt sie sich mit ihren aktuellen Problemen auseinander. Über Sex und Jungs möchte die kleine Sofia nicht nachdenken. Sie ist schließlich gerade einmal 12 Jahre alt. Der Konflikt, welchen alle drei Generationen haben, wird aufgezeigt. Jede einzelne Generation hat mit den jeweiligen Themen umzugehen. Die Geschichte handelt um einen Jungen, welcher im Internat aufwächst und einen Sohn, welcher in den siebziger Jahren in einer Hippiekommune groß wird. Und letztendlich handelt es sich um Sofia, welche in der heutigen Generation aufwächst. Die Unterschiede der Jahrzehnte werden dargestellt. Freiheit, Geschlecht und Identität sind in allen drei Generationen immer wieder Thema. So brillant verknüpft Moser die Generationen in einer Familiengeschichte. Man kann sich in jede einzelne Generation mit ihren Problemen hineindenken und bekommt das Gefühl nicht nur den Roman zu lesen, sondern ein Teil davon zu sein. Auch wenn dazu ein modernes Konzept der Familie gewählt wurde, da Sofia mit zwei Vätern aufwächst. Dies scheint auf den ersten Blick besonders. Doch die eventuelle Trennung der beiden Väter macht Sofia Sorgen. Dies zeigt, dass auch ein solches Familienmodel sich mit den alttäglichen Problemen auseinandersetzen muss. Es zeigt aber auch, dass man zwei Väter haben kann, ohne dass es an Liebe, durch eine Mutter fehlt. Denn Sofia wächst behütet und sicher auf. Ihre beiden Väter geben vieles auf, was sie recht schnell zu Beginn des Romans selber bemerkt: „Sie war der Mittelpunkt. Ihre ganze kleine Welt drehte sich um sie.“ Und dann tauchen sie ein in ein Abenteuer. Ein Abenteuer in Santa Fe. Im Roman wird schnell klar, jede Generation hat ihr eigenes Päckchen zu tragen, hat Probleme zu lösen und die Generationen beschäftigen sich mit verschiedenen Themen. Doch letztendlich gibt es immer eine Lösung. Selbst für Vater Gio und Santi, welche sich so sehr ein Kind wünschten. Dies, biologisch nicht möglich, wird dann doch durch eine Leihmutter möglich gemacht. Und das zeigt der Roman, für jedes Problem gibt es eine Lösung. Der Leser kann abtauchen in einen Generationenrückblick und fühlt sich, nach einer kurzen Eingewöhnungszeit, mitten drinnen im Geschehen. Durch die vielen Nebenfigur wird es teilweise etwas kompliziert. Der Leser muss unterscheiden, wer welche Rolle einnimmt, was durch die ähnlichen Namen im Roman nicht besonders leicht ist. Dort bemerkt man den Einfluss der neuen Heimat von Milena Moser, denn die Nebenfiguren tragen typische Namen, welche man in New Mexiko erwartet. Beispielsweise Pepe und Pedro. Doch das hält den Leser nicht ab, sich in das Geschehen hineinzudenken. Moser selber beschreibt ihren Roman in einem Interview mit der AZ wie folgt: „Ich glaube, das Buch ist das Ergebnis der radikalen Veränderung und Vereinfachung meines Lebens“. Dies lässt darauf schließen, dass sie ihren Lebenswandel der letzten drei Jahre, in ihren Roman einfließen gelassen hat. Vielleicht hat sich ihr Leben in Santa Fe mit dem Schreiben des Romans verändert. Vielleicht ist ihr Leben mit dem Roman gewachsen. Vielleicht ist der Roman gewachsen, da sie nun ein Leben in Santa Fe führt. Dies kann aber nur einer beantworten. Und das ist die Autorin selber. Es könnte sein, dass dieses Buch auch verfilmt wird, denn die Kulisse in New Mexiko würde sich wahrscheinlich gut eignen.
Pedro Lenz – Der Liebgott isch ke Gränzwächter
Wann haben Sie das letzte Mal einen Mundarttext gelesen? Ausser bei Whatsapp? Wahrscheinlich nicht all zu oft. In „Der Liebesgott isch ke Gränzwächter“ von Pedro Lenz können Sie dies nun nachholen. Michelle Holz hat die 44 Kolumnen für uns gelesen und musste des Öfteren schmunzeln. Wie ist es Texte zu lesen, welche nicht in Hochdeutsch geschrieben sind?
„Der Liebgott isch ke Gränzwächter“ ist das erste Buch, welches ich auf schweizer deutsch gelesen habe. Wohnhaft in Zürich, bekannt mit dem Zürcher Dialekt habe ich mich nun auf einen Dialekt der ganz anderen Art eingelassen. Denn Pedro Lenz kommt aus dem Kanton Bern und lebt derzeit in Olten. Das bemerkt man natürlich an seinem Dialekt, welcher für mich unbekannt war. Trotzdem musste ich oft über die Kolumnen lachen. Wenn man sich darauf einlässt, einen Text in einer anderen Mundart zu lesen, kann dies zu einem echten Erlebnis werden. Die Kolumnen sind alltagsnah und spiegeln das Leben so wieder, wie es ist. Lenz benutzt Titel für seine Texte, an denen man schon erahnen kann, was dahintersteckt. Doch viele Texte überraschen auch. Sie sind zwar kurz, aber trotzdem tiefgründig. Die Geschichten gehen, trotz ihrer Kürze, nicht im Alltagsstress unter. Im Gegenteil, sie lassen den Stress vergessen. Wenn man im Zug sitzt und 10 Minuten hat, ist das Buch die beste Lektüre um eine lustige Zugfahrt zu haben. Die Kolumnen können aber auch ganz entspannt an einem regnerischen Tag gelesen werden, um die Laune wieder aufzuhellen.
Pedro Lenz erzählt aus seinem Alltag, beispielsweise in „Es Gedicht drüber mache“. Er solle doch ein Gedicht schreiben über ein Wohnhaus, in dem die Mieter gekündigt worden sind. Ein Gedicht würde den Vermieter dazu bringe, die Kündigung zurück zu ziehen.
„Du muesch es Gedicht drüber schribe!“, her er gseit. „Es Gedicht?“ Wie chunnsch uf das?“ „Mou, du bisch doch e Dichter. Was e Dichter seit, wird zur Kenntsnis gno. Muesch es Gedicht drüber schribe, dass d Öffetlechtkeit erfahrt, was do passiert.“
Wie das ausgeht und ob er wirklich ein Gedicht schreibt. Das Lesen sie am besten selber nach.
„Vom Verstoh im Kosovo“ ist ebenso eine Lektüre wert, für all die, welche eine andere Sprache oder einen anderen Dialekt sprechen. Pedro Lenz hat es in dieser Kolumne auf den Punkt gebracht, denn er sagt, dass das Wichtigste ist, wenn Menschen etwas zusammen machen, egal welche Sprache sie sprechen. Und dies bemerke ich oft als Deutsche in der Schweiz. Die den Dialekt zwar versteht, aber ihn nicht sprechen kann. Man versteht Menschen immer gut, mit denen man gerne etwas zusammen macht. Auch wenn man eine andere Sprache oder einen anderen Dialekt spricht.
Auch weitere Kolumnen regen zum Nachdenken an, über Probleme unserer modernen Zeit. Beispielsweise in „Hass, Hass, Hass, Hass“. Dort beschäftigt sich Pedro Lenz mit dem Hass in den Sozialen Medien und mit Egoismus und Gutmenschen. Beim Lesen beginnt man den Text auf sein Leben zu beziehen. Auf die Menschen um einen herum. Wie viel stimmt davon, was er schreibt? Erschreckenderweise erkennt man davon viel wieder, wenn man sich folgendes überlegt:
„Die, wo nid wie mitmache bi däm augemeine Hass, wärde zur Ziiuschiibe vo däm nöie Hass. Me seit ne Guetmönsche und meint mit „guet“ öppis Negativs. Guet si isch jetz schlächt. Mönschlechkeit isch jetz hassenswärt.“
Nach der Lektüre der Texte ist man nachdenklicher, denn Pedro Lenz spricht Themen an, welche uns alle betreffen. Zum Beispiel in seiner Kolumne über den Mann der uns jeden Morgen die Zeitung bringt, egal bei welchem Wetter. Den Mann kennt man meistens nicht. Aber wie ist es, wenn man ihm dann aus lauter Zufall doch mal begegnet?
Oder er schreibt über das Volk. Wobei er sich dabei fragt was überhaupt das Volk ist? Denn er kennt den Begriff Volk nur aus dem Religionsunterricht, zum Beispiel das auserwählte Volk oder das Volk Gottes.
„Es isch erstuunlech, wi mer i de letschte Johr hei aagfange, religiösi und historischi Begriffe nöi und angers z bruuche. Vilecht sötter mer ufpasse, dass mer nid plötzlech no gloube, mir Schwizer sige ds userwäute Vouk. Der Liebgott isch ke Grenzwächter.“
Damit zeigt er auf, dass es auch bei ernsten Themen immer wieder etwas zum Schmunzeln gibt. Pedro Lenz spricht in seinen 44 Kolumnen ernste und weniger ernste Themen an, welche einem trotz alledem zum Lachen bringen. Seine Kolumnen sind maximal zwei Seiten lang und können überall und zwischendurch gelesen werden. Um die Kolumnen zu lesen gibt es keine Reihenfolge. Man kann sie querbeet lesen oder nacheinander.
„Der Liebesgott isch ke Gränzwächter“ ist im Cosmos Verlag erschienen, hat 96 Seiten und kostet 25 Franken. Das Buch ist optimal zum Verschenken. Auch an einen selber.
